Tansania ist aufregend und exotisch! Es gefällt mir hier!
Ich komme gerade vom "Chips mayai na mishkaki"-Essen mit Irene und Angela zurück auf mein Zimmer. Das laute zirzen der Grillen draußen und das Neon-Stimmungslicht Geschmacksrichtung Krankenhaus bieten eine interessante Kombination.
Johanna, die Pj-lerin, die hier gerade noch die letzten 2 Wochen ihres PJs verlebt hat sich heute rührend um mich gekümmert.
Sie hat mich gleich bei meiner Ankunft am Flughafen abgeholt und ist mit mir mit dem Taxi zum Wohnheim gefahren. Dort hab ich dann gleich das Zimmer bekommen! Inklusive Benes Moskitonetz und seiner OP-Schuhe.
Nach kurzem ausräumen gings dann auch gleich mit dem Dalla-Dalla die Würzburg Rd hinunter in die Stadt.
Überall sitzen Leute am Straßenrand und verkaufen irgendetwas. Es riecht mal nach Urin mal nach etwas leckerem und dann wieder nach einer Mischung aus Beidem. Johanna erklärt mir wo ich was kaufen kann, habe es aber meist schon eine Straßenecke später schon wieder vergessen. Ich werde mit Reizen überhäuft und denke schmunzeld an Coburg!
Wir sind am Markt angekommen und Johanna sagt, dass das für den ersten Tag wohl nicht das richtige sei. Sie sagt wir sollten erst mal eine Tour durch die Stadt machen. Also schlendern wir an einer Ecke vorbei an der man sein Auto waschen kann, an einer anderen kann man einheimische Kunst kaufen und an noch einer anderen tolle Schuhe - wie uns versichert wird.
Wir schlendern an der Promenade des Lake Victoria vorbei. Hier liegt der Bismark-Rock, wohl so etwas wie das Wahrzeichen der Stadt. Ein großer Fels im Wasser, oben drauf noch ein kleiner Fels. Doch was jetzt mein Boulderer-Herz höherschlagen lässt sind die Felsen am Seeufer. Feinster Grantit, Blocke mit bis zu 15m Hohe, so ca. 5 Stück. Allerdings sind die Struckturen hier relativ spärlich.
Iich stelle mir vor, wie ich hier morgen mit meiner Bouldermatte ankomme und mich vor versammelter Mannschaft von Einheimischen zum Trottel mache. Der doofe Mzungu mit der Matratzeauf dem Rücken. Die Betonung liegt auf wollte - der Fels hat kaum Strukturen. Um nicht gleich nach 2 Tage als Volldepp zu Stadtweiter Bekanntheit zu gelangen beschließe ich einen besseren Boulderspot zu finden.
Zurück am Marktplatzt und um viele Tipps reicher, die ich alle schon wieder vergessen habe, beschließen wir nun doch über den Markt zu schlendern. Hier gibt es Alles! Und zwar wirklich Alles! Ich habe sogar schon Bürschten und ein Geschenk für die Anna gesichtet.
Als wir dann auf den markt für Lebensmittel kommen, will uns jeder sein Gemüse oder seine Früchte andrehen. Mzungu, Mzungu! Auf den Fleisch-Teil nimmt mich Johanna nicht mit, das sein nichts für den ersten Tag. Ich folge Johanna und finde es einfach Klasse. Überall Handelwaren: auf Matten, in Säcken, in Schalen. Es richt alle zwei meter nach etwas anderem: mal lecker mal eher weniger. Als wir eine Ananas kaufen, bleibt das natürlich nicht unbeobachtet und sofort stehen zwei extra Plastiktütenverkäufer bereit. Der Älter schubst den Jüngeren weg und wirir belohnen so viel Tatkraft mit dem Kauf einer Plastiktüte für umgerechnet fünf cent.
Johanna sagt, heute sei Joga und fragt, ob ich mit will. Ich will. Ich bin im Mitmachen- und Dabeisein-Fieber. Und ja auch eigentlich Jogaprofi!
Dies Jogastunde findet in der separaten Kinder-Aids-Klinik statt. Ein sehr gepflegtes, modern gestaltetes, ein wenig zu perfekt klimatisiertes Haus gegenüber vom Bugando-Hospital. Zitat Johanna: Es gibt Gebäude, von denen man denken könnte, sie seien hier von Aliens abgeworfen worden. Genau so passt dieses Gebäude auf den Bugando Hill.
Ich lerne direkt vor dem Jogakurs noch eine nette Amerikanische Ärztin kennen, sie hat Stoffe für unseren Joga-Meister dabei. Er kann anscheinend ganz fabelhafte Handtaschen und T-Shirts nähen. Zitatat Johanna: "ganz normale Taschen halt". Zauberhaft.
Wärend der Jogastunde im vergesse ich fast, dass ich in Tansania bin. Es macht Spaß, passt aber irgendwie nicht ganz hier hinein.
Nach der Jogastunde machen Johanna und ich aus, dass wir nach dem Duschen Chips-mayai essen gehen und damit wären auch schon wieder am Anfang.
Ich sitze in meinem Wohnheimzimmer. Es ist ganz anders als das in Coburg: es ist etwas los: Leute sprechen draußen, lachen. Es tönt laut Musik und es kommt mir so vor, als ob 30 Grillen direkt unter meinem Fenster zirpen. Toll! Ach ja, die Dusche hat nur einen Strahl, aber der ist Daumendick!
Heue ist laut Irene Mondfinsterniss. Aber wie ich soeben gesehen habe, hab ich die gerade verpasst. Naja, egal. Ich bin erschöpft vom Tag und freue mich auf mein Heiabett, obwohl ich der Lautstärke nach zu urteilen hier den Eindruck habe, sicher gerade etwas tolles zu verpassen.
Tagesaufgabe für Morgen: Surfstick finden und kaufen, Steckeradapter finden(!) und kaufen! Morgen um 9h bin ich mit Johanna zum Frühstück verabredet.
Gute Nacht.
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