Freitag, 17. Juni 2011

High-Life


Ich treffe mich mit Johanna zum Frühstücken in der Mensa. Es gibt Chapati, fettige Pfannkuchen, die nicht ganz durch sind. Dazu gibt es süßen Tee mit Milch. Mir schmeckt es sehr gut.
Danach geht’s erst mal ab in die Stadt. Da ich liebe alle Eindrücke auf dem Weg mitnehme und mich nicht nicht so richtig Dalla-Dalla erprobt fühle, gehe ich zu Fuß.
Die Stadt ist auch dieses Mal ein echtes Erlebnis. Jeder trägt, schiebt oder balanciert (sechs Matratzen auf dem Kopf) irgendwelche waren umher. Überhaupt wirkt die ganze Stadt wie ein Ameisenhaufen, alle laufen geschäftig durcheinander.  Ich passe nicht zuletzt aus diesem Grund nicht so ganz in das Stadtbild, aber fühle mich wohl.
Ich erreiche den Handylanden meiner Wahl und entscheide mich hier für das High-Life-Packet. Da das Netz überlastet ist, ist da Paket allerdings nicht vollständig buchbar. Ich verstehe die weiteren Anweisungen des Verkäufers nicht, also schreibt er sie mir auf. Am Ende des Tages funktioniert alles und ich kann auf die SMS-Nachfrage des Verkäufers am Abend meine vollste Zufriedenheit ausdrücken.
Als ich aus dem Laden herauskomme laufe ich an zwei verloren aussehenden Europäerinnen vorbei. Ich mach kehrt und frage ob ich helfen kann. Natürlich kann ich das nach dem 2. Tag noch nicht, da ich keine geeignete Unterkunft finde. Prahle aber stolz von meinem neu erworbenen High-Life-Packet. Sie sind beeindruckt und wir tauschen Telefonnummern aus.
Ich besorge noch den Adapterstecker und mache mich auf zum Bugando Hill um der Heimat zu schreiben, dass es mir gut geht, als mich ein Junge anspricht. Ich vermute er wollte wissen wo ich herkomme und was ich mach, doch da mein Kisuaheli noch in der Kinderschuhen steckt und ich ein bisschen nervös bin, antworte ich nur: „ich verstehe kein Kisuaheli“ und „ich lerne Kisuaheli“. Ich und der Jung sind beide enttäuscht. Das muss besser werden!
Beim meinem ersten Abendessen in der Mensa gibt es Reis mit mehr Knochen als Fleisch, dazu Bohnensuppe ohne Bohnen, Tomatensoße und Spinat. Johanna hat das anscheinend schon zu oft gegessen, aber ich finde es gut. Klasse Kletteressen. Johanna berichtet von Ihrem interessanten Stationsalltag in der HIV-Kinder-Ambulanz und ich von meiner Exkursion. Da Johanna am Samstagmorgen nach Ruanda fährt und die Austauschstudentinnen für Ihr Examen in 4 Wochen lernen müssen wird mir klar, dass sich meine bisherigen Kontakte am Wochenende auf fast Null dezimieren werden. Da brauche ich noch einen Plan.
Nach dem essen und bloggen kommt für circa dreißig Sekunden ein wenig Heimweh in mein Zimmer, also auch schon das Telefon klingelt. Johanna, David und ich gehen also noch etwas trinken. Der Abend ist lustig, David kommt viel zu spät und es wird noch lustiger. Ich bin hundemüde und freue mich, dass ausnahmsweise keine laute Musik im Wohnheim dröhnt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen